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`! `*Rudapithecus`* `! ist eine ausgestorbene `F33f`_`[Gattung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gattung_(Biologie)]`_`f der `F33f`_`[Menschenaffen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Menschenaffen]`_`f, die vor rund 10 Millionen Jahren`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f] während des Oberen `F33f`_`[Miozäns`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Miozän]`_`f in `F33f`_`[Mitteleuropa`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mitteleuropa]`_`f vorkam. `F33f`_`[Holotypus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Typus_(Nomenklatur)]`_`f der Gattung und der `F33f`_`[Typusart`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Typusart]`_`f `*Rudapithecus hungaricus`* ist ein teilweise erhaltener `F33f`_`[Unterkiefer`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Unterkiefer]`_`f (Sammlungsnummer: RUD-1), der 1965 in `F33f`_`[Ungarn`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ungarn]`_`f entdeckt und 1967 von `F33f`_`[Miklós Kretzoi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Miklós_Kretzoi]`_`f benannt wurde. `*Rudapithecus hungaricus`* ist die einzige bislang beschriebene `F33f`_`[Art`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Art_(Biologie)]`_`f der Gattung; die Tiere dieser Gattung sind hinsichtlich Größe und Lebensweise vergleichbar mit heutigen `F33f`_`[Schimpansen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schimpansen]`_`f.

>>Contents

• `F0af`_`[Namensgebung`#namensgebung]`_`f
• `F0af`_`[Funde`#funde]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
• `F0af`_`[Weblinks`#weblinks]`_`f
• `F0af`_`[Belege`#belege]`_`f

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>>Namensgebung

Der Name der Gattung verweist zum einen auf den Fundort `F33f`_`[Rudabánya`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rudabánya]`_`f im Nordosten Ungarns (`:fundort-rudapithecus`aFundort48.39444220.644564); `*Ruda`* bedeutet im `F33f`_`[Altungarischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ungarische_Sprache]`_`f ‚Metall‘ im Sinne von ‚Eisenerz‘. Zum anderen verweist die Bezeichnung auf `F33f`_`[altgriechisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Altgriechische_Sprache]`_`f πίθηκος píthēkos, deutsch ‚Affe‘. Das `F33f`_`[Epitheton`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Epitheton]`_`f der Typusart, `*hungaricus`*, ist eine `F33f`_`[Latinisierung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Latinisierung]`_`f des Staatsnamens Ungarn.`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f] `*Rudapithecus hungaricus`* bedeutet sinngemäß folglich „ungarischer Erz-Affe“.

Die Bekanntgabe des Namens erfolgte 1967 nicht – wie allgemein üblich – in Form einer wissenschaftlichen `F33f`_`[Beschreibung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Erstbeschreibung]`_`f in einer `F33f`_`[Fachzeitschrift`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wissenschaftliche_Fachzeitschrift]`_`f. Erwähnt wurden Unterkiefer-Fund und Bezeichnung stattdessen erstmals öffentlich im Oktober 1967 in einem `F33f`_`[anonym`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Anonym]`_`f veröffentlichten Artikel in der Tageszeitung `*`F33f`_`[Magyar Nemzet`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Magyar_Nemzet_(1938-2018)]`_`f`*.`:cite-ref-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-3]`_`f] Im Novemberheft der populärwissenschaftlichen Zeitschrift `*Elet es Tudomany`* ‚Leben und Wissenschaft‘ berichtete dann auch der ungarische Geologe András Tasnádi Kubacska über die neu eingeführte Gattung und erwähnte `*Rudapithecus hungaricus`* bereits im Titel seines Beitrags.`:cite-ref-4[`F5bf`_`[4`#cite-note-4]`_`f] In beiden Fällen wurde der Fund nicht gegen andere Gattungen `F33f`_`[abgegrenzt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Diagnose_(Biologie)]`_`f. Eine erste, sehr knappe fachliche Beschreibung – basierend auf einem Vortrag während eines `F33f`_`[Symposiums`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Tagung]`_`f in Bukarest im Herbst 1967 – erfolgte schließlich im Jahr 1969,`:cite-ref-5[`F5bf`_`[5`#cite-note-5]`_`f] weswegen in manchen Publikationen das Jahr 1969 als Jahr der Namensgebung erscheint.`:cite-ref-begun-6-0[`F5bf`_`[6`#cite-note-begun-6]`_`f]

In verwandtschaftlicher Nähe zu `*Rudapithecus`* stehen die Gattungen `*`F33f`_`[Ramapithecus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ramapithecus]`_`f`* und `*`F33f`_`[Dryopithecus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dryopithecus]`_`f`*, weswegen es auch den Vorschlag gab, `*Rudapithecus hungaricus`* in `*Dryopithecus hungaricus`* umzubenennen, also beide Gattungen zu `F33f`_`[synonymisieren`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Synonym_(Taxonomie)]`_`f.`:cite-ref-7[`F5bf`_`[7`#cite-note-7]`_`f]

>>Funde

Das Typusexemplar RUD-1 ist ein `F33f`_`[verwitterter`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verwitterung]`_`f Oberflächenfund, der 1965 in einer Erzgrube in Rudabánya zutage getreten war und in die Zeit vor rund 10 bis 6 Millionen Jahre datiert wurde. In den folgenden Jahren wurden weitere Fossilien gefunden, die `*Rudapithecus`* zugeordnet wurden, unter anderem mehrere Schädel-Fragmente. Ein besonderer Fund ist das Fossil RUD-200, da bei ihm nicht nur die Schädelkapsel, sondern auch Knochen aus dem Bereich des Gesichts erhalten geblieben sind, sowie der vermutlich zugehörige Unterkiefer RUD-212. Der Bau des Schädels ähnelt dem Bau des Schädels heutiger Schimpansen. Eine Rekonstruktion des Schädel-Innenvolumens ergab jedoch nur 221 bis 247 `F33f`_`[Kubikzentimeter`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kubikzentimeter]`_`f (bei Schimpansen ca. 400 Kubikzentimeter) und Ähnlichkeiten des Gehirns mit dem der `F33f`_`[Gibbons`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gibbons]`_`f.`:cite-ref-8[`F5bf`_`[8`#cite-note-8]`_`f] Anhand der Abriebspuren mehrerer Zähne wurde geschlossen, dass die Tiere der Art sich überwiegend `F33f`_`[frugivor`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fruchtfresser]`_`f – von mäßig harten Früchten – ernährten.`:cite-ref-9[`F5bf`_`[9`#cite-note-9]`_`f]`:cite-ref-10[`F5bf`_`[10`#cite-note-10]`_`f] Andere Autoren leiteten insbesondere aus der Beschaffenheit des `F33f`_`[Zahnschmelzes`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Zahnschmelz]`_`f ab, dass `*Rudapithecus`* in die `F33f`_`[Familie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Familie_(Biologie)]`_`f der `F33f`_`[Menschenaffen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Menschenaffen]`_`f (Hominidae) einzuordnen sei.`:cite-ref-11[`F5bf`_`[11`#cite-note-11]`_`f] Auch wurden einige Knochen aus dem `F33f`_`[Postcranium`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Postcranium]`_`f, der Bereich unterhalb des Schädels, geborgen, u. a. das untere Endstück eines `F33f`_`[Oberarmknochens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Oberarmknochen]`_`f, das obere Ende einer `F33f`_`[Elle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ulna]`_`f und einige `F33f`_`[Handwurzelknochen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Handwurzelknochen]`_`f, die denen heute lebender `F33f`_`[Schimpansen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schimpansen]`_`f ähneln.`:cite-ref-begun-6-1[`F5bf`_`[6`#cite-note-begun-6]`_`f]

Im Jahr 2019 wurde das Fragment eines `F33f`_`[Beckenknochens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Becken_(Anatomie)]`_`f beschrieben, aus dessen dreidimensionaler Rekonstruktion Merkmale hervorgingen, die teils jenen von `F33f`_`[Orang-Utans`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Orang-Utans]`_`f und `F33f`_`[Kleinen Gibbons`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kleine_Gibbons]`_`f ähneln, teils jenen von `F33f`_`[Klammeraffen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Klammeraffen]`_`f.`:cite-ref-12[`F5bf`_`[12`#cite-note-12]`_`f]

Ein Vergleich von `F33f`_`[morphologischen Merkmalen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Morphologie_(Biologie)]`_`f der `F33f`_`[Bogengänge`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Bogengänge]`_`f des `F33f`_`[Innenohrs`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Innenohr]`_`f von `*Rudapithecus`* und dem gleich alten `*`F33f`_`[Hispanopithecus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hispanopithecus]`_`f`* ergab zum einen so große Unterschiede, dass daraus die Berechtigung abgeleitet wurde, diese Fossilien weiterhin unterschiedlichen Gattungen zuzuordnen. Zugleich wurde durch die Untersuchung ihrer `F33f`_`[Gleichgewichtsorgane`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gleichgewichtsorgan]`_`f die `F33f`_`[stammesgeschichtliche`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stammesgeschichte]`_`f Nähe beider Gattungen zu den `F33f`_`[Gorillas`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gorillas]`_`f und `F33f`_`[Schimpansen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schimpansen]`_`f bestätigt, das heißt ihre Einordnung als Menschenaffen, und eine deutliche Distanz zu den `F33f`_`[Orang-Utans`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Orang-Utans]`_`f.`:cite-ref-13[`F5bf`_`[13`#cite-note-13]`_`f]

>>Literatur

• László Kordos: `*Description and reconstruction of the skull of Rudapithecus hungaricus Kretzoi (Mammalia).`* In: `*Annales historico-naturales Musei nationalis hungarici.`* Band 79, 1987, S. 77–88.

>>Weblinks

• `*Rudapithecus finding's site.`* (`F33f`_`[Memento`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Webarchivierung]`_`f vom 13. Januar 2021 im `*`F33f`_`[Internet Archive`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Internet_Archive]`_`f`*) Im Original erschienen auf `*geology.uni-miskolc.hu`*.
• `*Rare Hungarian fossil gives new view on human evolution.`*

>>Belege

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`:cite-note-8`!8.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-8]`_`f Philipp Gunz et al.: `*Skull reconstruction of the late Miocene ape Rudapithecus hungaricus from Rudabánya, Hungary.`* In: `*`F33f`_`[Journal of Human Evolution`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Journal_of_Human_Evolution]`_`f.`* Band 138, 2020, 102687, doi:10.1016/j.jhevol.2019.102687.
`:cite-note-9`!9.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-9]`_`f Andrew S. Deane et al.: `*New evidence for diet and niche partitioning in Rudapithecus and Anapithecus from Rudabánya, Hungary.`* In: `*Journal of Human Evolution.`* Band 65, Nr. 6, 2013, S. 704–714, doi:10.1016/j.jhevol.2013.08.003.
`:cite-note-10`!10.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-10]`_`f Peter S. Ungar, Anna K. Wilcox und David R. Begun: `*Dental Microwear and Diets of Late Miocene Primates From Rudabánya, Hungary.`* In: `*American Journal of Biological Anthropology.`* Band 188, Nr. 1, 2025, e70131, doi:10.1002/ajpa.70131.
`:cite-note-11`!11.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-11]`_`f Tanya M. Smith, Paul Tafforeau, Joane Pouech und David R. Begun: `*Enamel thickness and dental development in Rudapithecus hungaricus.`* In: `*Journal of Human Evolution.`* Band 136, 2019, 102649, doi:10.1016/j.jhevol.2019.102649.
`:cite-note-12`!12.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-12]`_`f Carol V. Ward, Ashley S. Hammond, J. Michael Plavcan und David R. Begun: `*A late Miocene hominid partial pelvis from Hungary.`* In: `*Journal of Human Evolution.`* Band 136, 2019, 102645, doi:10.1016/j.jhevol.2019.102645. `*Rare 10 million-year-old fossil unearths new view of human evolution.`* Auf: `*phys.org`* vom 17. September 2019.
`:cite-note-13`!13.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-13]`_`f Alessandro Urciuoli, Clément Zanolli, Sergio Almécija et al.: `*Reassessment of the phylogenetic relationships of the late Miocene apes Hispanopithecus and Rudapithecus based on vestibular morphology.`* In: `*`F33f`_`[PNAS`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Proceedings_of_the_National_Academy_of_Sciences_of_the_United_States_of_America]`_`f.`* Band 118, Nr. 5, 2021, e2015215118, doi:10.1073/pnas.2015215118.

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